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DIGITAL und ANALOG

Wie viel haben wir in letzter Zeit nicht schon gehört von Hybridität: Von hybriden Antrieben war da in der Mobilität die Rede, von hybridem Lernen in der Schule und vom hybriden Lehrbetrieb an den Universitäten. Und können in einer „hybriden Arbeitswelt“ nicht auch wir als Freiberufler von der Idee des „hybriden Büros“ lernen und uns dann auch eine „hybride Kanzlei“ vorstellen? Datentechnisch optimal angebunden an das weltweite digitale Nervensystem, ansonsten aber beschränkt auf das Notwendigste für die immer noch zentrale persönliche Kommunikation?

Hatte nicht die Pandemie auch ihr Gutes, wenn sie uns lehrte, dass selbst das so genannte „home office“ funktionieren kann? Etwa deshalb, weil man seinen Mitarbeitern letztlich vertrauen musste, wenn man nicht am selben Ort sein konnte, um ihre Arbeitszeit zu kontrollieren? Oder vielleicht, weil sich dadurch das Gefühl bestätigt hat, dass es auch bei ihnen weniger auf die Quantität ihrer Leistung ankommt als auf die Qualität?

Brauchen wir dann aber noch das viele Papier, die Archive, Aktenschränke, Bücher in den Bibliotheken und unsere Schreibtische, wenn der Computer unsere Arbeitswelt bestimmt? Und muss wirklich jeder Mitarbeiter seinen eigenen Raum haben, wenn wir – pandemie- oder belegschaftsbedingt – ohnedies (auch im selben Gebäude!) vorrangig über das Internet in Verbindung stehen?

Müsste das nicht auch architektonisch zu einer Redimensionierung unserer Kanzleien führen? Ist deren „Repräsentativität“ tatsächlich immer nur eine Frage ihrer Größe? Denn was heisst denn eigentlich „repräsentativ“? „Repräsentieren“ sollen doch wohl die Räume, in denen wir arbeiten, außer dem Image des freien Berufs als solchem und dem unserer spezifischen Profession vor allem unsere besondere, jeweils eigene individuelle Berufsauffassung!

Um die bestmöglichen Internetanschlüsse für unsere Kanzleien zur Verfügung stellen zu können, haben wir uns daher zunächst vorgenommen, vom Wettbewerb zu profitieren, indem wir uns nicht auf nur einen Anbieter verlassen müssen; und außerdem wollen wir damit auch die neueste Glasfaser-Technologie anbieten können, um die größten Bandbreiten und die schnellsten Übertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen.

Wenn wir aber auch unseren Kanzleiauftritt den allgemeinen radikalen Veränderungen durch die Digitalisierung anpassen wollen – was bleibt dann noch das Unveränderliche, der essenzielle Wesenskern des freien Berufs und seiner Kanzlei?

Jenseits des Digitalen wird immer das Analoge der persönlichen Begegnung den Mittelpunkt bilden – aber vielleicht nicht mehr hinter gepolsterten Türen, auf dicken Perser-Teppichen und unter schweren Eichenholz-Schreibtischen …

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