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ALT und NEU

Das Gebäude, in dem wir unser „Kanzleihaus“ unterbringen wollen, ist  bereits mehr als ein Jahrhundert alt: Als Perchtoldsdorfs Apotheker 1914 für sich und seine Familie das Haus in der Hochstraße 141 errichten ließ, gab es weder quantitativ die Grenzen des mittlerweile immer enger gewordenen Lebensraums noch qualitativ die Beschränkungen der Bebauung, die es heutigen Planern fast unmöglich machen, allen rechtlichen und technischen Vorschriften in vollem Umfang zu entsprechen.

Mit allen Proportionen – nicht nur der Höhe der Räume, sondern auch den Flächen ihrer Grundrisse – musste man damals lange nicht so kleinlich umgehen, wie heute, wo es beim Bauen fast ausschließlich um die maximal „erzielbare Nutzfläche“ mit dem geringstmöglichen wirtschaftlichen Aufwand geht. Und obwohl sich umgekehrt in den letzten hundert Jahren technisch in der Bauwirtschaft fraglos auch einiges zum Besseren verändert hat, glauben wir doch, dass es sich lohnen wird, die historische Substanz des Hauses weitest gehend erhalten zu haben.

Wenn man daher die Philosophie und Struktur des ursprünglichen Gebäudes nicht zur Gänze aufgeben und das Vorhandene nicht einfach mit dem Bagger wegschieben wollte, musste man in Kauf nehmen, dass dafür auch die heute für jeden Neubau offenbar unerlässliche Tiefgarage (auch wegen des hohen Grundwasserstands in ganz Perchtoldsdorf) wirtschaftlich unvernünftig (werden wir übrigens in Zukunft noch so viele Autos haben, wie heute?) und ein Durchbruch durch den vorhandenen Baukörper erforderlich wurde, um im Garten wenigstens die behördlich vorgeschriebenen Stellplätze auf eigenem Grund schaffen zu können.

Umgekehrt haben wir uns entschieden, die Geschoßdecken des Gebäudekerns aus akustischen Gründen großteils zu erneuern und die Wärmedämmung selbst bei Erhaltung der historischen Fassade so zu verbessern, dass eine zeitgemäße Fußbodenheizung mit Niedrigtemperatur und Klimaanlagen über Wärmepumpen betrieben werden können, die auch der ökologischen Verantwortung der Gemeinschaft gegenüber gerecht wird.

Die aus der ganz anderen Verkehrssituation anfangs des letzten Jahrhunderts resultierende Tradition der Orientierung der Repräsentationsräume der Beletage zum öffentlichen Raum hin haben wir zwar beibehalten, die zwischenzeitig eingebauten Kunststofffenster aber wiederum durch neue Holzkastenfenster ersetzt und lediglich neue Außenbereiche durch mit der historischen Straßenfassade harmonierende Balkone geschaffen.

Umgekehrt haben wir aber auch die Möglichkeit genutzt, durch Vergrößerung der bebauten Fläche zum Garten hin um mehr als fünfzig Prozent die bisher hinten gelegene Infrastrukturebene hinter neu hinzugewonnen Premiumflächen mit optimaler Belichtung und großzügigen Terrassen zurücktreten zu lassen und das Dachgeschoß darüber auszubauen.

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